Sehr gute Kenntnisse in der verwendeten Sprache und der Module des gesamten Projekts ist dabei Pflicht. Wenn der Quelltext dann jedoch einen schlechten Stil aufweist, wird es dem Entwickler unnötig schwer gemacht.
In der frühen Phase der Computerprogrammierung gab es keine Richtlinien für den Stil und Programme waren einfach sequenziell aufgebaut. Dies führte zu so genanntem Spagetticode, einem verworrenen, unstrukturierten Quelltext. Das größte Problem bei unübersichtlichen Programmteilen ist die Wartung. 80% der Lebenszeit eines Produkts entfällt auf dessen Wartung und in den wenigsten Fällen wird diese von demselben Entwicklern vorgenommen. Dazu kommt, dass unstrukturierte Programmteile in der Regel selten wiederverwendet werden können.
Auch wenn es inzwischen viele Richtlinien gibt, ist es unmöglich einen generellen Programmierstil festzulegen. Die meisten der Regeln sind umstritten und werden unterschiedlich ausgelegt.
Zudem können sie nicht auf jede Programmiersprache angewendet werden. Der wichtigste Punkt ist, dass man sich in einem Projekt auf bestimmte Standards einigt und konsequent umsetzt.
Richtlinien, die das Aussehen des Quelltextes bestimmen kümmern sich in der Regel um die maximale Zeilenlänge und die Einrückungen des Textes für Subroutinen oder Schleifen.
Auch die Bestimmung der Namen für Variablen, Funktionen und Objekte gehört dazu. Da es in der modernen Programmentwicklung in der Regel nicht mehr auf den Speicherverbrauch ankommt können auch längere Namen verwendet werden. Und es erhöht die Lesbarkeit enorm wenn man z.B. statt “MPrDir” einfach “strMainProgramDirectory” schreibt. Um diese Richtlinien durchzusetzen gibt es so genannte Style Checker, welche den Code dahingehen prüfen und auf Verstöße hinweisen.
Radikaler sind dabei Beautifier, die den Quellcode entsprechend der Regeln formatieren können.
Einen guten Programmierstil erkennt man auch an der generellen Struktur des Programms. Dazu gehören zum Beispiel die strikte Einhaltung der Objektorientierten Programmierung und die Aufteilung des Programms in passende Module. Es bedeutet auch die Auslagerung und Wiederverwendung von Programmteilen. Und nicht zuletzt ist die ausreichende Dokumentierung im Quellcode ein wichtiger Punkt um einen gut lesebaren Quellcode zu schreiben. Diese Punkte lassen sich leider nicht vollständig durch Programme prüfen oder umsetzen, da dafür ein inhaltliches Verständnis des Codes notwendig wird.

